trottoirs

alles vergeht, die sterne stehen

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letztes liebeslied

trottoirs

du fehlst mir hin & wieder nicht

trottoirs - alles vergeht, die sterne stehen

es sind einzelne, kleine momente der klarheit und des scheiterns, die der wiener singer & songwriter “trottoirs“ zu einem großen liebesalbum zusammengesetzt hat. Ein verregneter wintertag vor der küste frankreichs, die kalte einsamkeit prags im herbst und die roughen arrangements der aufnahme verschmelzen mit der zerbrechlichen romantik dieses zeitlosen heartbreak albums. zehn songs in zehn jahren. über dasselbe scheitern &  dieselbe hoffnung etwas nicht funktionierendes wieder zusammenzusetzen.

“trottoirs“ glückt mit seinem debutalbum „alles vergeht, die sterne stehen“ ein folkiges heartbreakalbum, das sich vor den ganz großen vertretern dieses genres nicht zu verstecken braucht. analoges understatement statt digitaler überproduktion, zerbrechlicher gesang und zeitlose liebeslieder statt autogetunter powerballaden und streicherhymnen.

bach runter | video

bleib für ewig | video

letztes liebeslied | video

ans wasser bauen | video

du fehlst mir hin & wieder nicht | video

herbst in prag | video

trottoirs social

herbst in prag

kastanienrot erglüht der schienenrost
welcher sich nach norden legt
und im wagon der duft von kohlenstaub
von feuchtem moos, gneis & granit

der herbst in prag kann so einsam sein
und ich wünschte du wärst hier
kastanienrot erglüht der schienenrost
und ich wollt’ du wärst bei mir

miluji tě prag du tote stadt
die schönheit des verfalls 
erschließt sich bloß wahren romantikern
unsere liebe gleicht der stadt

der herbst in prag kann so einsam sein
und ich wünschte du wärst hier
kastanienrot erglüht der schienenrost
und ich wollt’ du wärst bei mir

kastanienrot liegst du nun neben mir
wir wissen unser herbst ist da
rostige tränen rinnen durch dein haar
vielleicht bis irgendwann in prag

der herbst in prag kann so einsam sein
und ich wünschte du wärst hier
kastanienrot erglüht der schienenrost
und ich wollt’ du wärst bei mir

ans wasser bauen

und wieder hörst du auf zu pfeifen
träumst mir fragend ins gesicht
wieder spür’ ich dich begreifen
diese liebe ist es nicht

und wieder wenn die pläne scheitern
und die narben tiefer gehen                     
dann spür’ ich dich begreifen
diese liebe wird vergehen

irgendwann vielleicht in nirgendwo
und irgendwo über ‘nem see
werden wir uns zu zweit ans wasser bauen

und wenn wir wieder alte zeiten
aufrollen zu jubiläen   
muss ich ganz schlicht begreifen
diese liebe kann nicht bestehen

und wenn die alten vögel heim ziehen
zwischen regen und feuchtem schnee
muss ich ganz schlicht begreifen
es ist zeit zum weitergehen

irgendwann vielleicht in nirgendwo
und irgendwo über ‘nem see
werden wir uns zu zweit ans wasser bauen

du fehlst mir hin & wieder nicht

du fehlst mir hin und wieder nicht
doch meistens jeden tag nach wie vor
du fehlst wenn das novemberlicht
am raureif tanzt an einem vergessenen ort

du fehlst wenn im spätsommer wind
die blätter fallen und sich niemand darum schert
du fehlst mir wenn der letzte gast
ganz allein die letzte flasche leert

du fehlst mir hin und wieder nicht
doch meistens jeden tag nach wie vor
und egal wie lang die sommer sind
beim ersten schnee ist’s wie im jahr zuvor

du fehlst mir hin und wieder nicht
doch meistens jeden tag nach wie vor
du fehlst mir wenn die welle bricht
am nordseestrand doch niemand ist vor ort

du fehlst wenn niemand schatten wirft
nirgendwo am letzten rand des meers
du fehlst wenn ich dir lieder sing
der saal ist voll doch ohne dich ist’s nichts wert

du fehlst mir hin und wieder nicht
doch meistens jeden tag nach wie vor
und egal wie lang die sommer sind
beim ersten schnee ist’s wie im jahr zuvor

nie wieder los

der kopf noch voll vom sommerrausch
die blätter fallen, ich nüchter’ aus
und langsam bricht mir der boden weg

ich krall’ mich fest am letzten ast
das Holz wird morsch, der ast bricht ab
du hältst mich mit allem was du hast

mir läuft das leben durch die finger
doch ohne dich da wär’s viel schlimmer

nie wieder los
lass mich nie wieder los

das leben schere, ich papier
das leben stein, und ich verlier’
langsam den letzten halt

das leben rast im sechsten gang
ich schalte rauf und häng mich dran
doch ich weiß ich komme nicht mehr ran

mir läuft das leben durch die finger
doch ohne dich da wär’s viel schlimmer

nie wieder los
lass mich nie wieder los

hab mir ein königreich im kopf erbaut
ein schloss auf treibsand gleich am Meer
wenn ich auch manchmal in den abgrund schau
weiß ich genau du bist bei mir

nie wieder los
lass mich nie wieder los

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